Nachhaltigkeit unternehmen. Entrepreneurship im Zeichen grüner Transformation

Diese Veranstaltung ist Teil des RECET Festivals der Geschichts- und Sozialwissenschaften "Green Transformations"

Veranstaltungsort: Campus der Universität Wien („Altes AKH“), Festivalzelt in Hof 1

Position des Zelts: https://goo.gl/maps/8FjYQNtdnaUiKCcs6

Diskussionsrunde mit Armin Sageder (Unternehmer & Investor), Christoph Pachucki (Universität Innsbruck), Patricia Jasek (FH Burgenland), moderiert von Martin Gumiela (RECET)

Vom burgenländischen Neusiedler See bis in die Hochtäler der Tiroler Alpen: Längst machen zunehmende Wetteranomalien deutlich, dass die globale Erwärmung Österreichs vielfältige Lebensräume gravierend verändert und damit auch seine Wirtschaft maßgeblich beeinflusst – von der Industrie bis zum Gastgewerbe. Die Politik lanciert zwar öffentlichkeitswirksam das Ziel Österreich bis 2040 klimaneutral zu machen, doch in der Praxis droht das Land die EU-Klimaziele für 2030 deutlich zu verfehlen. Mit seinen nach wie vor hohen Importen russischer fossiler Brennstoffe spült Österreich einerseits beachtliche Geldbeträge in die Kriegskassen einer neoimperial agierenden Diktatur und riskiert andererseits seine Aspirationen auf eine wirtschaftliche klimaneutrale Vorreiterrolle innerhalb der EU zu verspielen, die selbst etwa im Bereich erneuerbarer Energieerzeugung im Vergleich zu anderen Globalmächten und ihren oft autoritär staatskapitalistischen Methoden ins Hintertreffen gerät.

Doch muss oder kann eine solche grüne Transformation überhaupt von oben verordnet werden? Die historische Transformationsforschung liefert viele Beispiele von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die dank ihrer unternehmerischen Praxis im Sinne einer transformation from below zu bedeutenden Akteur*innen wirtschaftlicher und politischer Systemtransformationen wurden. Vor diesem Hintergrund dreht sich die Round-Table-Diskussion um die Frage, wie Unternehmer*innen österreichischer KMU – von Tech-Startups im Bereich erneuerbarer Energieerzeugung zur traditionellen Hotellerie in touristisch stark frequentierten Regionen – zu verantwortungsbewussten Träger*innen einer grünen Transformation der österreichischen Wirtschaft werden können. Doch besteht für die Dringlichkeit dieses Themas überhaupt ausreichend Bewusstsein? Auf welche infrastrukturellen Hürden stoßen KMU nach wie vor auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit, und auf was sollte der Staat im Beseitigen etwaiger Hürden besonders achten? Welche Rolle spielt die Forschung, und wie kann ein ausreichender Wissenstransfer zwischen KMU und einer einschlägigen praxisorientierteren Forschung (effizienter) bewerkstelligt werden? Vor allem aber: Wie können Unternehmer*innen jenseits rein profitorientierten unternehmerischen Handelns und damit verbundener PR-Kampagnen zu Vorbildern für Nachhaltigkeit in einem breiteren gesellschaftlichen Kontext werden

Armin Sageder, geboren 1969, ist Unternehmer und Investor in IT und erneuerbare Energieerzeugung. Er schloss sein Studium an der Technischen Universität in Wien ab, promovierte an der Stern School of Business (NY University) und war bis 2000 Senior Vice President Business Development bei VA TECH. Danach gründete er gemeinsam mit anderen die paysafecard.com Wertkarten AG, bis er 2005 seine Funktion als CEO zurücklegte und die Best Gaming Technology GmbH (BGT) gründete. Nach der Übernahme der BGT durch Playtech im Juli 2016 wurde im Jahr 2017 eine neue Abteilung namens Playtech BGT Sports gegründet, die mehr als 600 Angestellte von Playtech Sports in sieben europäischen Ländern vereint und von Armin Sageder als CEO geleitet wurde. Armin Sageder verließ Playtech im März 2020 und gründete die Kairos Beteiligungs GmbH, ein strategisches Beratungs- und Investmentunternehmen, das sich auf den Bereich der Informationstechnologie spezialisiert hat.

Christoph Pachucki ist Post-Doc-Forscher am Departement für Strategisches Management, Marketing und Tourismus an der Universität Innsbruck. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Tourismus, Destinationsmarketing, nachhaltige Markenkommunikation sowie Entrepreneurship im Tourismus. Neben der akademischen Forschung und Lehre blickt Christoph Pachucki auch auf zehn Jahre Erfahrung als selbstständiger Unternehmer zurück.

Patricia Jasek forscht am Pre-Center Energy Transition der FH Burgenland. Als langjährige Projektleiterin sowohl in der Wirtschaft als auch in der Forschung verfügt sie über umfassende Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Energiewirtschaft. Ihr akademischer Hintergrund im technischen Bereich sowie ihr starkes Interesse an Umweltthemen haben sie zur Forschung Burgenland im Bereich "Energy Transition" geführt, wo sie in verschiedenen Projekten die Energiewende vorantreibt. Ihre Arbeit konzentriert sich darauf, nachhaltige Energiesysteme zu entwickeln, die auf erneuerbaren Energien basieren und gleichzeitig sozial gerecht sind. 

Martin Gumiela ist Koordinator der Forschungsplattform “Transformationen und Osteuropa” und Doktorand am Research Center for the History of Transformations (RECET). Im Rahmen seiner Dissertation forscht Martin Gumiela zu sogenannten österreichischen Poloniafirmen im späten staatssozialistischen Polen, also jenen Unternehmen, die offiziell von Angehörigen der polnischen Diaspora in Österreich geleitet wurden. Seine Forschungsinteressen liegen in der Zeitgeschichte Ostmitteleuropas, der Geschichte des Staatssozialismus und Systemtransformationen sowie der Emotionsgeschichte.

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