Ungarische Planwirtschaft in der Weltwirtschaft: Einbettung ungarischer Wirtschaftsentwicklung in den Globalisierungsprozessen

Veranstaltungsort:  Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte
Adresse: Campus der Universität Wien, Hof 3, Eingang 3.2, Spitalgasse 2, 1090 Wien

In jüngerer Literatur wurden bemerkenswerte Aussagen über die Geschichte der Globalisierung in den sozialistischen Ländern gemacht. Einige Strömungen in der Literatur sehen in den Beziehungen zwischen den sozialistischen Ländern und den Ländern des globalen Südens eine parallele Globalisierung, die unabhängig von den westlich geprägten Globalisierungsprozessen verläuft. Während diese Erkenntnisse zweifellos auf lange übersehene Phänomene in den Beziehungen zwischen den sozialistischen Ländern und dem Globalen Süden hingewiesen haben, ist es fraglich, ob diese Beziehungen tatsächlich zu einer alternativen Globalisierung zusammengewachsen sind. Der Vortrag stellt die Ergebnisse der einschlägigen neueren Literatur vor und prüft sie anhand des Falles Ungarn. Er vergleicht die Beziehungen Ungarns zu den Ländern des Globalen Südens in den 1960er und 1980er Jahren mit jenen des gleichen Zeitraums, die Ungarn mit dem Westen verbanden, wobei der Schwerpunkt auf den Beziehungen zu Österreich und der Bundesrepublik Deutschland liegt. Der Vergleich ermöglicht es uns, die relative Bedeutung der Beziehungen zum Globalen Süden und zum Westen für das sozialistische Ungarn abzuschätzen, zu untersuchen, was die ungarischen Eliten von diesen Beziehungen erwarteten, welche Strategien sie in diesen Beziehungen verfolgen wollten und wie sie generell die globale Position des sozialistischen Ungarns wahrnahmen.

Zsombor Bódy ist Professor für Sozialgeschichte an der Eötvös-Loránd-Universität Budapest. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählt die Sozialgeschichte Ungarns und Mitteleuropas im 20. Jahrhundert.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen RECET und dem Collegium Hungaricum Wien.

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