Das Research Center for the History of Transformations (RECET) an der Universität Wien und die Forschungsplattform "Transformations and Eastern Europe" veranstalten am 6. März 2025 erneut ihren "Transformative Salon"
Ort: Café Merkur, Florianigasse 18 (auf der Karte), ab 19:00
Radikal rechte, nationalistische Bewegungen vernetzen sich zunehmend auch international – das gilt für gewalttätige Akteure und die Vernetzung im Internet, vor aber auch für parlamentarisch aktive politische Akteure wie Parteien und Vorfeldorganisationen.
Thomas Greven, Politikwissenschaftler am John F. Kennedy Institut für Nordamerikastudien der FU Berlin und ehemaliger Mitarbeiter des unabhängigen US-Politikers Bernie Sanders, hat in zwei Studien zu europäischen wie transatlantischen radikalen Rechten und in einem im April 2025 bei J.H.W. Dietz erscheinenden Buches über „Das internationale Netz der radikalen Rechten“ die globale Kooperation von Akteuren der radikalen Rechten untersucht. Ihr Ziel, laut Greven: die grenzübergreifende Umsetzung ihrer antiliberalen, autoritären politischen Agenda. Der Autor und Politikberater untersucht, wie diese Netzwerke die Enttäuschung der Wähler über die Verwerfungen der wirtschaftlichen Globalisierung, der kulturellen Veränderungen und die Repräsentationsdefizite der Demokratie nutzen. Er fragt, ob ihre Drohungen mehr sind als populistische Rhetorik – und welche Schritte Regierungen und Zivilgesellschaften unternehmen können, um der globalen radikalen Rechten entgegenzuwirken.
Bernhard Weidinger leitet die Abteilung für Rechtsextremismusforschung am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) und ist Mitglied der Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit (FIPU). Daneben beschäftigte er sich in Forschungsprojekten mit dem Vergleich christlicher Referenzen im US-amerikanischen und österreichischen Diskurs um Immigration und, als Fulbright Professor an der Northwestern University 2022, mit dem Vergleich von Studentenverbindungen in Österreich und den USA. Im Jänner 2025 präsentierte das DÖW seinen ersten im Auftrag des Innen- und des Justizministeriums verfassten Rechtsextremismus-Bericht. Dieser behandelt in einem eigenen Kapitel auch die internationalen Vernetzungen der österreichischen extremen Rechten - nicht zuletzt nach Deutschland und in die USA - auf unterschiedlichen Ebenen, von aktivistischen Gruppen und subkulturellen Phänomenen bis hin zur Parteipolitik.
Der Transformative Salon wird moderiert von der Publizistin Cathrin Kahlweit, der langjährigen SZ-Korrespondentin in Wien.
Eintritt frei. Keine Voranmeldung notwendig.


