Kultureller Kahlschlag: die Slowakei, die Niederlande und die Zukunft europäischer Kulturpolitik

Das Research Center for the History of Transformations (RECET) an der Universität Wien und die Forschungsplattform "Transformations and Eastern Europe" veranstalten am 9.1.2024 erneut ihren "Transformative Salon"

Ort: Café Merkur, Florianigasse 18 (auf der Karte), ab 19:00

Eine rechtsextreme Ministerin treibt in der Slowakei den kulturellen Kahlschlag voran. Tausende gehen dagegen auf die Straße. Ministerin Martina Šimkovičová ist ein Symptom eines gesamteuropäischen, eines globalen Problems. Wie es der österreichische Journalist Martin Pollack klar formulierte: „Was derzeit an kulturpolitischem Kahlschlag in der Slowakei passiert, geschieht gegen uns alle, es geht uns alle an. Er wirkt sich auf uns alle aus.“ In der Tat lassen sich auch in "alten" EU-Staaten bedenkliche Entwicklungen beobachten - so in den Niederlanden, wo die Hochschulen durch die Politik der Regierung Schoof von massiven Kürzungen und Deinternationalisierung bedroht sind. In diesem Transformativen Salon werden der RECET-Historiker Philipp Ther mit Cathrin Kahlweit, der ehemaligen langjährigen Wien-Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung und der in den Niederlanden tätige ungarische Historiker Ferenc Laczó über vergleichende Perspektiven auf Europas "Osten" und "Westen" in Zeiten des Rechtspopulismus diskutieren. 

Ferencz Laczó ist Assistenzprofessor für Europäische Geschichte an der Universität Maastricht. Laczó ist Autor und Herausgeber von 13 Büchern zu ungarischen, jüdischen, deutschen, europäischen und globalen Themen. Seine jüngste Buchpublikation – Magyarország globális története (Eine globale Geschichte Ungarns) – wurde in zwei Bänden aufgelegt (Budapest: Corvina, 2022-23), hat er mit Bálint Varga und András Vadas herausgegeben. Er war Gastprofessor oder Fellow am Harriman Institute der Columbia University, der Universität Basel und dem Mandel Center for Advanced Holocaust Studies des United States Holocaust Memorial Museum. Seine Publikationen erschienen in sechzehn Sprachen und seine Bücher wurden in über 50 Veröffentlichungen besprochen.

Philipp Ther  ist seit 2010 Professor für Geschichte Ostmitteleuropas an der Universität Wien und hat dort das Research Center for the History of Transformations (RECET) gegründet. Zuvor hatte er am EUI in Florenz eine Professur für vergleichende Geschichte Europas inne. Sein Buch Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa (Suhrkamp 2014) wurde mit dem Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet und in bisher sieben Sprachen übersetzt. Eine englische Version ist 2016 bei Princeton University Press erschienen. Weitere Bücher sind u.a. Die dunkle Seite der Nationalstaaten. „Ethnische Säuberungen“ im Europa des 20. Jahrhunderts; Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 2011 (polnisch 2011, englisch 2014, tschechisch 2017), Die Außenseiter. Flucht, Flüchtlinge und Integration im modernen Europa (Suhrkamp 2017, erweiterte englische Version bei Princeton UP 2019, spanisch 2022) sowie Center Stage: Operatic Culture and Nation Building in 19th Century Central Europe (Purdue UP 2014, tschechisch 2008, deutsch 2006). 2019 erschien bei Suhrkamp Das andere Ende der Geschichte. Über die Große Transformation. 2022 verfasste er als Teil des interdisziplinären „Werftenkollektivs“ In den Stürmen der Transformation. Zwei Werften zwischen Sozialismus und EU.

Cathrin Kahlweit hat Russisch und Politik in Eugene (USA), Tübingen, Göttingen und Moskau, danach an der Hamburger Journalistenschule studiert. Sie ist seit 1989 Redakteurin bei der Süddeutschen Zeitung. Sie war in verschiedenen Jahren in der außenpolitischen Redaktion, Korrespondentin für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland und in der innenpolitische Redaktion mit Schwerpunkt Familien- und Gesellschaftspolitik in München. Nach einem Wechsel nach Berlin war sie Redaktionsleiterin der ARD-Talk-Show "Anne Will". Nach Ihrer Rückkehr zur SZ war sie 2012 bis 2017 Korrespondentin für Zentraleuropa mit Sitz in Wien und von 2017 bis 2020 Korrespondentin für das Vereinigte Königreich mit Sitz in London. Seit September 2020 ist sie zurück in Wien als Korrespondentin für Mittel- und Osteuropa

EINTRITT FREI. Keine Anmeldung notwendig.

Die angekündigte Teilnahme des slowakischen Publizisten Michal Hvorecký musste leider kurzfristig abgesagt werden.

Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt und wird aufgezeichnet. Die Aufzeichnung kann einige Tage nach dem Transformative Salon auf unserem YouTube-Channel abgerufen werden.

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